10. Februar 2010

Die Riesenkrake

Was bei mir immer funktioniert: Sagen, dass ich erstmal keine Beiträge schreiben werde, um genau dann doch welche zu schreiben.

Aber diesen hier hatte ich schon eine Weile geplant. Weil Jubiläen ja ein bißchen erinnert werden wollen in der Konstruktion eines Narrativs. Und das Narrativ, um das es hier geht, ist: Wie bin ich eigentlich nach Korea gekommen?

Ich könnte mir eine schöne Heldengeschichte à la américaine ausdenken. Wie mich schon als Kind koreanische Fäkalienmärchen fasziniert haben oder der koreanische Kommilitone meines Vaters immer leckeres Kimchi mitgebracht hat oder der Kollege meines Großonkels, der in den 1980er Jahren Korea beim Aufbau geholfen hat, nach seiner Rückkehr begeistert von Korea schwärmte. So ist es aber nicht. Denn erstens müsste man dann in diesem Absatz "Korea" und "koreanisch" mit "Nordkorea" und "nordkoreanisch" ersetzen, weil eben historisch bedingt der Austausch mit meinem nunmehr angegliederten nichtexistenten Heimatstaat eher mit Nordkorea stattgefunden hätte. Und zweitens, weil es einfach keine Vorgeschichte gibt.

Ich bin, wie viele Europäer, die man in Seoul so trifft, ein bißchen aus Zufall nach Korea gekommen. Natürlich war da die Lust und Neugier auf ein unbekanntes Land, auch ein bißchen Abenteuerlust und Risikobereitschaft. Aber diese Eigenschaften waren alle eher auf den Kontinent Asien gerichtet als auf das Land Südkorea. Ich habe zum Beispiel auch erstmal auf gut Glück ein Semester Chinesisch gelernt. Dann hatte mein Institut auf einmal ein Austauschprogramm mit Seoul. Dann eben Seoul! Auf zwei Plätze gab es genau zwei Bewerber. Es fand sogar ein lustiges Gespräch mit dem Professor, der Anekdoten von seinen Koreaaufhalten erzählte, statt uns auszufragen und zu testen Auswahlgespräch statt. Wenigstens kann ich von mir behaupten, mich gezielt für Seoul beworben zu haben und nicht deshalb, weil es für Paris und London keine Plätze mehr gab. Keine besondere Geschichte also.

Ganz normal, wie viele andere Austauschstudenten auch, wusste ich damals ziemlich wenig über Korea. Ich hatte genau zwei Bücher gelesen: Das erste war ein zufällig ausgewählter Treffer im OPAC (elektronischer Katalog) der Staatsbibliothek München beim Stichwort Korea. Das war ein Buch aus dem Jahr 1987, das kritisierte, dass der südkoreanische Staat für den Bau von Stadien und dem olympischen Dorf Slums zerstörte und die Bewohner brutal umsiedelte. Meine heimliche Reaktion: Wieso kritisieren die das Land, für das ich mich entschieden habe, dort ein Jahr zu leben? Wollen die sagen, dass das gar kein gutes Land ist und unterminieren damit meine Entscheidung? Denn schon vom ersten Tag an musste ich verteidigen, warum ich denn nach Korea gehen will und nicht, zum Beispiel, nach Japan, wo die Forschung doch viel weiter sei, usw. Aber ist ja auch gut so, wer ein Stipendium will, muss schließlich immer einen ausschmückbaren Grund haben für genau diese Wahl. Die Informationen, die ich aus besagtem Buch von 1987 eruiert hatte, reichten dann auch, um ein gewisses Maß an Landeskenntnis vorzuweisen. Das zweite Buch war der Lonely Planet Korea von 2003. Der konnte mich aber nicht beirren, weiterhin darauf zu beharren, dass Seoul eine interessante Stadt mit schönen Ecken und Korea ein sehenswertes Land sei. Heute würde ich diesen Reiseführer empfehlen für anglophile Menschen, und für germanophile Menschen diesen. Ich hatte auch noch ein paar Bücher mit koreanischen Erzählungen ausgeliehen, aber bei keinem Buch schaffte ich es, über Seite zwei hinauszukommen. (Anmerkung: Das waren die Prä-Frankfurter-Buchmesse-2005-Gastland-Zeiten.)

Irgendwann im Februar 2005, noch bevor das Semester richtig zu Ende war, setzte ich mich zusammen mit der anderen auserwählten Austauschstudentin also ins Flugzeug. Meine Familie kümmerte sich dankenswerterweise um das Ausräumen & Streichen meines Münchner Dachgeschosszimmers, eine noch nicht geschriebene Hausarbeit flog als unsichtbares, aber so ziemlich schwerstes Gepäckstück mit, und dann kamen wir an und wurden abeholt von zwei Studenten, von denen einer vorige Woche geheiratet hat, wo ich zugegen war.

Wenn man nichts über ein Land weiß, können Klischees weder bestätigt noch widerlegt werden, also ging es los mit der Erkundung. Wir wohnten die ersten Nächte im Hotel, das zur Universität gehört, und mussten uns eigentlich um nichts kümmern. Das erste Essen war Bibimbap. Aus einem meiner zwei Bücher über Korea hatte ich erfahren, dass Koreaner es total eklig fänden, wenn alles Essen zusammengemischt auf einem Teller läge. Man bevorzuge die getrennte Zusichnahme der einzelnen Speisen. Aber -- wie soll man mit dieser Definition bitte Bibimbap verstehen, geschweige denn essen? Deswegen fiel uns auch nicht ein, das Gemüse mit dem Reis zu vermischen. Das wäre ja dann die potenzierte Ekelhaftigkeit gewesen.

Am nächsten Tag ging es los zu einem Deutschcamp mit den Germanistikstudenten der SNU. Die Gerüche in diesem Resort sind mir bis heute in mein Geruchsgedächtnis eingebrannt. Ich denke, es war eine Mischung von Desinfektionsmittel und Mottenpulver. Am Anfang habe ich diesen etwas penetranten Geruch überall wahrgenommen. Wahrscheinlich habe ich mich daran aber schon so gewöhnt, dass ich ihn nur noch ganz selten rieche. Dann freue ich mich immer und denke an die ersten Tage in Korea zurück. Ich werde auch nie vergessen, wie im Fahrstuhl immer eine Frauenstimme vom Band sagte, dass sich die Tür öffne oder schließe oder der Fahrstuhl sich nach oben oder nach unten bewegen würde. Erste Begegnung mit der auditiven Kultur.

In den fünf Jahren habe ich mir mehrere Metaphern für Korea ausgedacht. Mein Favorit ist die einer Riesenkrake. Kleine Kraken kann man ja ganz gut und mit viel Spaß essen. Große Kraken aber schnappen einen mit ihren Tentakeln und lassen nicht mehr los. Manchmal ist man näher am Krakenkopf dran, manchmal fühlt man sich relativ frei im weiten Meer. Loslassen wird die Krake aber nie.

9. Februar 2010

Kleines Erdbeben

Die Erde hat heute kurz gebebt. Wir saßen in unserem Studierzimmer und ganz kurz durchfuhr sowas wie ein Erdblitz den Körper. Man konnte das Grummeln auch hören. Schön, dass die Erde auch lebt und sich bemerkbar macht, aber dann doch so viel Nachsicht besitzt, nicht zu explodieren oder Sonstiges anzustellen wie in Haiti.

Sekunden nach dem Erdbeben gab es schon die ersten Kommentare im universitätsinternen Netzwerk. Wirklich -- wir rätselten, war das jetzt ein Erdbeben? -- darauf der Blick ins Internet -- ja, in Nakseongdae haben die's auch gespürt und in Nogdu auch. Erdbebentheorie also sofort bestätigt.

Auf den offiziellen Nachrichtenseiten kann man erst jetzt, vielleicht 30 bis 40 Minuten später, Genaueres nachlesen: Stärke von 3,0, circa viertel nach sechs Uhr abends in Siheung. Das ist südwestlich von Seoul.


Update am Tag danach (10. Februar):
In den Nachrichten habe ich gehört, dass es im letzten Jahr 60 Erdbeben in Korea gab, davon 10 mit einer Stärke von mehr als 3,0 auf der Richterskala. Seit man 1978 mit der Bebenaufzeichnung begonnen hat, war dies die stärkste Erschütterung in der Region Seoul. Experten sind jetzt fleißig am Auswerten, ob das vielleicht ein Signal war für zukünftig vermehrte Aktivitäten.

Übrigens kann ich mich erinnern, 2005 geschlafen zu haben, als ein leichtes Erdbeben im Süden Südkoreas die Halbinsel heimsuchte. Wenn man so nah an Japan lebt, das seine gesamte Existenz schließlich dem Aufeinandertreffen dreier Erdplatten verdankt, ist es wohl normal, dass man auch mal eine kleine Erschütterung spürt.

Update zwei: Ich weiß jetzt wieder, wo ich erst kürzlich gelesen hatte, wie erdbebensicher Seoul sei. Das war hier, ein Beitrag von Robert Neff. Kurz zusammengefasst: Seit 1988 gibt es eine Verordnung, dass alle Gebäude einem Erdbeben der Stärke 7 standhalten müssen. Dass diese aber immer eingehalten wird, darf bezweifelt werden. Und man mag es nicht glauben, aber es gibt tatsächlich Gebäude in Korea von vor 1988.

Persönlich habe ich keine übertriebene Angst vor Erdbeben. Auch nicht, dass noch einmal eine Brücke [en] (1994) oder ein Kaufhaus (1995) kollabiert.

8. Februar 2010

A room of one's own

Ich habe mir gestern für mehr als 5000 Won 15 minusküle Schmelzkäsewürfel gekauft. Fünf mit normalem Geschmackspulver drin und jeweils fünf mit solchem für eine Cheddar und Blue cheese Imitation. Die esse ich jetzt, ganz ohne Brot, und erhole mich von meinem zehnstündigen Unitag.

Virginia Woolf hat es so schön gesagt. Alles, was es gebraucht hätte, um eine Wilhelmine Shakespeare hervorzubringen, wäre ein bißchen Platz zum Lernen gewesen. Gerne auch ein eigenes Zimmer. Den und das hatte frau nämlich damals nicht. Musste nämlich immer mit in der Küche helfen. Zum Glück dürfen Frauen wie ich jetzt wenigstens schon mal studieren. Hier bin ich mittlerweile so weit fortgeschritten, dass in dem kleineren der beiden Studierzimmerchen, die den Studierenden zur Verfügung stehen, ein Platz für mich frei geworden ist. Also ein Tisch mit Stuhl und Bücherregalen nur für meine eigenen Bücher, einem sauberen Blick aus dem Fenster - denn das ist so neu, dass sich erst wenig Schmutz hat festsetzen können -, und nahe der Heizung. Seitdem ich also Raum habe, klappt das mit dem Studieren auch ganz gut. Kurz vor Schluss lerne ich also doch noch was.

Da ich jetzt regelmäßig auch am Samstag und Sonntag die Universität mit meiner Präsenz ein bißchen bunter mache, erstaune ich jedes Mal, dass ich nicht alleine bin. Ich jedenfalls gebe mich nur so fleißig, weil ich bald meine Abschlussarbeit abgeben muss und natürlich anderweitig zu beschäftigt war, um früh genug anzufangen. Andere haben aber kein dringendes Projekt und arbeiten trotzdem mit einer Ausdauer und einem Ehrgeiz an ihrer wissenschaftlichen Karriere, das ist wirklich beeindruckend.

Aber so sehr beeindrucken lasse ich mich dann doch nicht. Die vielen Gähner und Mal-eben-für-ein-paar-Minuten-den-Kopf-aufs-Kinn-nicken-Lasser bezeugen mich dann doch davon, mir regelmäßig Stunden des Nichtstuns oder Etwas-Anderes-tuns zu gönnen.

Ein bißchen Käse sollte ich mir für morgen aufheben. Deswegen muss ich jetzt Schluss machen. Es gibt dann bestimmt bis März erstmal keine Einträge mehr hier. Danach geht es aber dafür um so öfter weiter!

27. Januar 2010

Erinnerung an den Schnee

Pond

Gate

Schwarz-weiß und im Hochformat sehen die Palastbilder auch nicht schlecht aus.

Die Dia-Show der Winterfotos im Großformat findet sich hier.

26. Januar 2010

Wörterbücher im Internet

Google hat eine Wörterbuchfunktion. Auch für Koreanisch-Englisch. Ich habe jetzt einige Tage sowohl mit Naver als auch mit Google gearbeitet.

Google ist natürlich schön, weil es weiß ist. Das lenkt nicht ab. Naver hat sein Layout für den englischen Bereich zwar auch überarbeitet (zu den häufigsten Wörtern gibt es jetzt sogar Bildchen). Teilweise blinken aber immer noch Banner. Über Firefox kann man die zwar unfähig machen (mit einem Flashblocker). Aber bei Firefox funktioniert die Hanja-Eingabefunktion, bei der man mit der Maus die einzelnen Striche zeichnen kann, nicht.

Google hat dafür einen geringeren Wortschatz. Außerdem kann man nicht mit nur einem Mausklick von Englisch-Koreanisch zum Koreanisch-, Hanja- oder Japanischwörterbuch wechseln.

Aber: Es gibt bei Google die Funktion, direkt im Internet nach Übersetzungsvorschlägen zu suchen. Oft stehen ja Fachbegriffe nicht im Wörterbuch. Google findet sie aber trotzdem. Zum Beispiel wollte ich gerade wissen, wie Ikonizität, ein Begriff aus der Linguistik, ins Koreanische übersetzt wird. Google findet, per englischem Original 'Iconicity', das koreansiche Pendant (도상성). Naver hat zwar eigentlich auch eine Websuche-Funktion, die greift aber in diesem Fall nicht.

Zum Google-Wörterbuch, in dem es noch viele andere Sprachen gibt, geht es hier.

17. Januar 2010

Spuren und Gebetsturm

Roof

Prayers

Gilsangsa

16. Januar 2010

Blüten und Schnee

Yi Taejun Tea House

Freitag war ein schöner Tag. Mittags traf ich mich mit einer Dozentin, mit der ich im letzten Jahr zusammengearbeitet habe. Im Auto ging es auf mir bis dahin unbekannten Wegen zur deutschen Bäckerei, wo wir Brot kauften. Danach in ein wunderschönes Restaurant. Es gab ein koreanisches Menü. Alle der geschätzten dreißig einzelnen Gerichte und Beilagen schmeckten ausgezeichnet, und auch der leicht fermentierte Rochen schaffte es in meinen danach für kurze Zeit betäubten Mund.

Nach weiterer Fahrt gen Norden ein Spaziergang im verschneiten Gilsangsa-Tempel, der früher eine Bar war. Zum Abschluss Tee im ehemaligen Wohnhaus des Schriftstellers Yi Tae-jun. Dann eine einstündige Rückfahrt durch die verstopfte Stadt gen Süden, gen Shillim.

Tea House

Tea House

7. Januar 2010

Changdeokgung im Schnee

Changdeokgung in Winter

Changdeokgung in Winter

Am Dienstag hatte sich das Wetter beruhigt. Blauer Himmel und Sonnenschein. Der Changdeokgung, der vielleicht schönste Palast in Seoul, war dementsprechend überlaufen von Photographen.

Changdeokgung in Winter

Changdeokgung in Winter

Changdeokgung in Winter

Changdeokgung in Winter

Changdeokgung in Winter

Changdeokgung in Winter

Changdeokgung in Winter

Changdeokgung in Winter

6. Januar 2010

Spaziergang I

Snow in Seoul

Von der U-Bahn-Haltestelle Anguk ging es Richtung Norden, nach Bukchon.

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Die berühmte Straße, Gahoidong 31.

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Blick nach Samcheondong herunter, über den Gyeonbokgung und das Volkskundemuseum.

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Schneemanninvasion

Auf meinem (unserem) großen Spaziergang durch Seoul haben wir viele kleine und große, fröhliche und traurige, dicke und dünne Schneemänner getroffen.

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Kurze Pause

Snow in Seoul

Auf dem Hangang bildet sich langsam eine Eisdecke, so kalt war es hier in den letzten Tagen. Während Minusgrade im zweistelligen Bereich nicht ungewöhnlich sind, ist Schnee im Seouler Winter eher selten. Meistens bleiben die zwei, drei Zentimeter nicht lange liegen. Die Sonne taut mit ihren warmen Strahlen das Weiß auf und die niedrige Luftfeuchtigkeit trocknet den Rest weg. Deswegen sind die knapp 30 Zentimeter Neuschnee, die am Montagmorgen Seoul in einen weißen Wintermantel gehüllt haben, ein Ausnahmezustand, der dem Leben einen kleinen Stillstand verordnet. Seit dem Beginn der Aufzeichnungen der Schneefallhöhe im Jahr 1937 hat es nicht so viel geschneit in der Stadt. Ein von außen kommendes, unbeeinflussbares Ereignis wie ein großer Schneefall ist eine Unterbrechung des kollektiven Alltags, die einen anderen Umgang mit der Zeit erlaubt -- was dieser Artikel zufällig sehr schön beschreibt.

Das Leben in der Stadt pulsierte natürlich weiter. Die Restaurants waren voll, die U-Bahnen transportierten viele Menschen hin und her, die Busse fuhren ebenso. Trotzdem lief das Leben nicht in gewohnten Bahnen. Auf den verschneiten und vereisten Straßen (die Temperaturen pendeln um die Minus zehn Grad) war der Verkehr lahmgelegt. Es scheint kaum große Räumungsfahrzeuge zu geben, die die Straßen durchfahren und den Schnee wenigstens an den Rand schieben. Überall wird von Hand geschippt. Zur Not auch in Stöckelschuhen vor dem eigenen Laden. Meistens aber im Kollektiv. Die Bewohner einer Straße finden sich zusammen und räumen gemeinsam den Schnee weg. Oder die Polizei stellt sich, mit Schneeschiebern ausgerüstet, an einer der großen Hauptstraßen im Zentrum in einer Reihe auf und schiebt auf Kommando den Schnee Richtung Straßenmitte. Bleiben Autos im Schnee stecken, helfen umstehende Leute oder die Polizei, es frei zu schaufeln oder den Berg hochzuschieben. Einige Autofahrer haben Schneeketten und kommen besser voran.

Viele Menschen dürften zu Hause geblieben sein -- mich zog es nach draußen. Zwei Tage im Schnee spielen, Schneeseoul beobachten und fotografieren, Finger und Füße halb abfrieren lassen, dem gedämpften Schneeseoul zuhören, in Bars Menschen treffen, die gerne ihre Großzügigkeit zur Schau stellen, während es bei Minus 15 Grad von überall zieht. Danke, Wetter!

Snow in Seoul

Kreuzung in der Nähe meiner Wohnung, gegen Mittag. Der große Schneefall war schon vorbei, es rieselte aber immer noch dicke Flocken vom Himmel.

Seoul in Snow

Ein Auto bahnt sich durch die dicke Schneemasse auf der Straße. Polizisten helfen. Viele andere Leute gucken neugierig zu.

Snow in Seoul

Die ganze Straße packt mit an.

Snow in Seoul

Polizeilicher Schneeräumungstrupp in Jongro.

5. Januar 2010

Schnee!

Snow in Seoul

Schneechaos in Seoul -- in einer Nacht sind ungefähr zwanzig Zentimeter Schnee vom Himmel gefallen. Eine Stimmung wie an einem verschneiten Heiligabend, besonders in den Gassen, in die kein polizeilicher Schneeräumungstrupp vorgedrungen war.

Morgen gibt es dann mehr Bilder von Verkehrsverrücktheiten und eine Seouler Schneemannkollektion.

Snow in Seoul

Snow in Seoul

Snow in Seoul

30. Dezember 2009

Was Neues!

Ein Jahr ist vorbei. Ein neues fängt an. Was immer Gelegenheit für zahlreiche Wünsche und Dankesbekundungen, und hiererorts auch offizielle Betrinkungsmöglichkeiten, bietet. Also: Ich danke allen Menschen, die meinen Blog kennen, lesen, angucken, tadeln, weiterempfehlen, durch Kommentare bereichern, loben und verlinken dafür, dass sie meine kleine Nische im Web besuchen und wünsche ihnen hiermit ein wundervolles neues Jahr.

Happy new Year

Besonderer Dank geht an die Mutigen, die meinen Kalender ohne gewissenhafte Prüfung im Laden in fast blindem Vertrauen bestellt haben. Allen Besitzern und Beschenkten desselbigen wünsche ich -- ganz uneigennützig natürlich --, dass mit jedem Monat das Fernweh nach dem Land, das Korea heißt, ein wenig größer wird.

Hier in Seoul liegt seit drei Tagen eine dünne Schneedecke auf Dächern, Strommasten und den verwinkelten, steilen Seitenstraßen Shillimdongs, auf denen man morgens in Trippelschritten eher herunterschlittert als -läuft. Aber Temperaturen im zweistelligen Minusbereich stören mich nicht mehr, seit wir unsere Wohnung in eine große Plastiktüte gesteckt und oben mit Schnüre festgezurrt haben.

Zum Jahreswechsel wünsche ich tolle Feiern oder besinnliche Stunden unter der Bettdecke, ein jeder nach seinem Geschmack.

15. Dezember 2009

Marathon

Am schönsten ist es an der Uni immer, wenn internationale Konferenzen oder Workshops stattfinden. Wobei: international stimmt zwar, aber inter-(multi?)-lingual könnte man nicht sagen. Der Austausch besteht nämlich zwischen englischsprachigen und koreanischsprachigen Professoren und Studenten. Ein Alibiprofessor aus Japan wird auch regelmäßig mit eingeladen. Die meisten Teilnehmer kommen aber aus den USA. Trotzdem immer eine willkommene Abwechslung.

Im Falle der koreanischen Literatur sind diese Konferenzen sehr familiäre Veranstaltungen. Jeder kennt jeden, und immer kommen ein paar Neue dazu. Das steife Klima der Uni hier wird dadurch ein bißchen aufgebrochen. Der Ablauf bringt allerdings alles an wohltemperiertem Leben durcheinander. Man lebt quasi zwei Tage in einer Kaugummiblase. Morgens -- oder, ab dem 2. Tag -- eher gegen Mittag steht man auf, geht zum Tagungsort, hört sich ein paar Vorträge an, lässt sich das gesponserte Essen schmecken, trinkt viel Kaffee und macht ab und zu einen Spaziergang. Abends dann bricht man gemeinsam zum Essen auf. Danach zum Trinken. Dann nochmal zum Trinken. Dann ist der offizielle Teil so langsam vorbei, und dann geht es natürlich weiter, unter den Studenten. Dann Frühstück zusammen, Haejangguk, damit man auf dem Nachhauseweg etwas weniger torkelt. Ein paar Stunden Schlaf, aufstehen, zum Tagungssort gehen ... und der ganze Spaß von vorn.

Den Rest der Woche muss man dann ausruhen.

Ich freue mich jedes Mal, dass ich doch noch nicht komplett assimiliert bin, weil ich es ausgesprochen lustig finde, dem harten Kern der Professoren bei ihren Trinkspielen zuzugucken. Ist doch schön, wenn man nie richtig erwachsen und vernünftig wird und um ein Uhr nachts zu den braven, sich schon im Gehen befindlichen Studenten sagt: "Was jetzt schon? Ist doch noch viel zu früh!"

10. Dezember 2009

Nochmal Kalender

Die Kalender sind super geworden und werden in den nächsten Tagen verschickt! Noch ein klein wenig Geduld allerseits -- Danke!